Steve’s Photography
Capturing what time takes.
Warum Schwarz-Weiß?
Schwarz-Weiß fasziniert mich, weil es den Blick auf das Wesentliche lenkt. Ohne die Ablenkung durch Farben nehme ich Licht und Schatten bewusster wahr, während Texturen, Formen und Kontraste stärker in den Vordergrund treten.
Für mich liegt darin eine besondere Ruhe und Klarheit. Ein Bild wird auf seine grundlegenden Elemente reduziert – und genau dadurch kann es manchmal mehr erzählen als ein Farbfoto.
Zwischen Alltag und Natur
In meiner Fotografie bewege ich mich gerne zwischen zwei Welten: der Straßenfotografie und der Landschafts- und Naturfotografie. Auf der einen Seite stehen Menschen, Straßen und alltägliche Situationen, auf der anderen die Ruhe und Weite der Natur.
Was beide Bereiche für mich verbindet, ist der Blick auf das scheinbar Gewöhnliche. Ich glaube, dass auch die kleinen und alltäglichen Dinge unsere Aufmerksamkeit verdienen. Ein bestimmtes Licht auf einer Hauswand, eine zufällige Begegnung auf der Straße oder die Struktur eines Baumes – oft liegt gerade im Unscheinbaren eine besondere Schönheit.
Meine Fotografie ist deshalb auch der Versuch, innezuhalten und diese Momente sichtbar zu machen. Dinge, an denen wir sonst vielleicht achtlos vorbeigehen, für einen Augenblick bewusst wahrzunehmen.
Bewusst manuell
Bei meiner Fotografie setze ich bewusst auf eine manuelle Herangehensweise und arbeite bevorzugt mit manuellen Objektiven. Die bewusste Reduzierung auf wenige, rein manuell zu bedienende Werkzeuge gibt mir das Gefühl, wieder näher am eigentlichen Handwerk der Fotografie zu sein.
Fokus setzen, Blende wählen, den richtigen Moment erkennen – jeder Schritt wird zu einer bewussten Entscheidung. Dadurch wird Fotografie für mich unmittelbarer und haptischer.
Dahinter steckt auch ein persönlicher Anspruch: Diese Art zu fotografieren möchte ich nicht einfach nur anwenden, sondern wirklich meistern. Mit der Zeit ein Gefühl für Licht, Entfernung, Bewegung und den richtigen Augenblick zu entwickeln und mich immer weniger auf die Technik und immer mehr auf mein eigenes Können zu verlassen.
Erinnerungen, die keine sind
Meine Schwarz-Weiß-Fotografie hat für mich etwas Nostalgisches und Zeitloses. Sie erinnert mich oft an eine Vergangenheit, die ich selbst nie erlebt habe und die ich vielleicht gerade deshalb auf meine eigene Weise romantisiere.
Mich fasziniert die Vorstellung einer ruhigeren, unmittelbaren Welt – einer Zeit, in der ein Moment einfach ein Moment sein durfte und nicht alles festgehalten, geteilt und kommentiert werden musste. Nicht als realistische Vorstellung dieser Vergangenheit, sondern als Gefühl, das ich mit ihr verbinde.
Schwarz-Weiß unterstützt diese Atmosphäre für mich besonders. Licht und Schatten, Körnung, Kontraste und kleine Unvollkommenheiten geben den Bildern eine gewisse Patina und lassen sie manchmal wirken, als könnten sie aus einer anderen Zeit stammen.
Dabei möchte ich keine Vergangenheit nachstellen. Ich möchte vielmehr dieses Gefühl von Zeitlosigkeit einfangen – und Bildern eine gewisse Seele geben, die über den eigentlichen Moment hinausgeht.